Der Preis der Linkpopularität
Gekaufte Links und andere Manipulationen zwingen Google zum Handeln
Köln, 16. August 2007 - Die Linkpopularität einer Website ist unbestritten der wichtigste Faktor für deren gute Platzierung bei Suchmaschinen. Sie gibt an, wie viele Links von extern auf eine Website verweisen. Der große Einfluss der "Linkpop" verleitet Webmaster und Programmierer, durch gekaufte Links und Tricks die Linkpopularität zu steigern. Google will das nicht hinnehmen und handelt. Sogar die Überarbeitung des Suchalgorithmus steht zur Diskussion.
Von Beginn an spielte bei Google die Linkpopularität für die Bewertung von Websites eine wichtige Rolle. Bereits vor einigen Jahren wurden daher sogenannte Linkfarmen programmiert. Dahinter verbergen sich Websites die nur aus Hyperlinks bestehen und damit die Linkpopularität der Zielseiten erhöhen sollen. Google hat das Problem aber erkannt und inzwischen seinen Suchroboter so programmiert, dass er Linkfarmen ignoriert.
Doch nicht nur die Anzahl der Links entscheidet über die Linkpopularität, sondern auch deren Qualität. Verweise, die zum Umfeld einer Website passen, werden höher bewertet als branchenfremde. Besonders wertvoll sind außerdem Links, bei denen Google davon ausgeht, dass sie von vertrauenswürdigen Seiten kommen. Dazu gehören neben Nachrichtenportalen auch Websites von öffentlichen Einrichtungen und Hochschulen. Gerade Universitäten wie beispielsweise die Universität zu Köln platzieren auf ihrer Startseite Links auf externe Webseiten und bekommen dafür Geld.
Hier ist in den letzten Monaten ein reger Markt entstanden mit Anbietern, die sich auf den Handel mit Links spezialisieren. Gekaufte Verweise sind für Google unter Umständen jedoch ein Verstoß gegen die Qualitätsrichtlinien. Der Suchmaschinen-Marktführer ruft daher seit Kurzem dazu auf, Websites mit bezahlten Links zu melden. Google will mithilfe der so gesammelten Daten seinen Suchalgorithmus verbessern.
Bei den Weblogs hat Google bereits gehandelt: Bislang galten Blogs als vertrauenswürdige Seiten. Entsprechend nützlich waren Verweise von Blogs für die Linkpopularität. Unseriöse Programmierer machten und machen sich das zunutze und setzen Software ein, die maschinell und massenhaft Blog-Kommentare erzeugt, die auf die gewünschte Website verlinken. "Nach unserer Beobachtung haben Weblogs durch diesen Link-Spam ihre hohe Relevanz für die Linkpopularität einbüßen müssen", berichtet Christian Mauer, Geschäftsführer der auf Suchmaschinen-Optimierung spezialisierten SUMO GmbH.
Einige Experten vermuten sogar, dass Google wegen der Vielzahl der Verstöße die Zusammensetzung seines Algorithmus grundlegend ändern wird und dass die Linkpopularität als Maßstab für die Relevanz einer Seite am Ende sei. "Eine so tiefgreifende Änderung des Google-Algorithmus erwarten wir nicht", glaubt Mauer. "Sicher jedoch werden die Suchdienste weiter daran arbeiten, Manipulation zu unterbinden. Gekaufte Links könnten bald schon ohne großen Einfluss auf die Linkpopularität sein und entsprechende Verträge mit längeren Laufzeiten schlecht angelegtes Geld. Wem an einer langfristig guten Platzierung seiner Website bei Google & Co. liegt, sollte sich streng an den Qualitätsrichtlinien der Suchdienste orientieren", fügt Mauer hinzu.



